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Nürnberger Laienforum für Psychoanalyse e.V.
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Innere Bilder und ImaginationenAnnehmenArmin Pfau, Dipl.Psych., Prof.i.R., 7/99Angenommen, es ist ein wunderschöner Tag, kühl die Luft, aber dennoch bereit,
das Herz zu erwärmen, voll eigentümlichen Lichtes, bereit den Geist zu erhellen.
Wie viel Zeit nehme ich mir, belastet vom Gewicht der Tagesverpflichtungen
und/oder der eigenen Trägheit, den wunderschönen Tag wahrzunehmen, ihn nicht nur
hinzunehmen, sondern ihn anzunehmen? Geben ist seliger denn Nehmen. Wie hat dieser gute Satz sich mir eingeprägt? Erschwert er vielleicht das Annehmen? Ich nehme, nehme hin, nehme ab. Nehme ich anderen wirklich etwas ab? Nehme ich das Geschenkte, die Geschenke des Alltags, die Aufgaben, die das Leben stellt, wirklich wahr und an? Es ist ja gut, dass wir nicht alles wahrnehmen. Wir müssen uns immer wieder konzentrieren auf das Wichtige im Leben. Aber: Nehmen wir auch wirklich immer das Wichtige wahr, das Sinn- und Wertvolle, das jeweils Wichtigste, die wesentlichen, weiterführenden Aufgaben, die uns im Sinne der Logotherapie von Viktor Frankl das Leben stellt? (vgl.z.B. FRANKL, 1987, S.75). Nehmen wir auch die kleinen farbigen Attraktivitäten des Alltags wahr, die uns einen Hauch von Glück in die routinierten Abläufe bringen können? Wahrnehmen definiert die zeitgenössische Psychologie als etwas über Empfindungen Hinausgehendes, als einen Prozess, der über die Reizverarbeitung" der Sinnesorgane deutlich hinauswirkt in den Bereich von Erkenntnis und Sinnhaftigkeit hinein, der "aktuelle und anschauliche Teil des Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis" bis hin zu Vorstellungen und Nachbildern (DORSCH, 1994, S.864). Selbst in die Wahrnehmung der scheinbar objektiv gegebenen Umwelt wirkt Sinn- und Werthaftes hinein. BRUNER & POSTMAN haben in ihrer "Theorie der Sozialen Wahrnehmung" erstmalig beschrieben und untersucht, wie bestimmte Bedürfniszustände, Erfahrungen, Werthaltungen usw. unbewusst unseren Wahrnehmungsprozess beeinflussen, wie Dinge, die uns wertvoller erscheinen, schneller wahrgenommen werden, Ereignisse, die uns stören, aber langsamer, wie sie eher übersehen werden, Wahrnehmungsabwehr nach BRUNER & POSTMAN (vgl, z.B. STROEBE, 1992). Gemeint ist da nicht relativ bewusstes Wegsehen, sondern unbewusste Steuerung der Wahrnehmung. Unsere Augen, Ohren und die weiteren Sinne können wir ja tagsüber nicht verschließen. Aber nehmen wir schon vieles, was uns unsere Umwelt präsentiert, nur beschränkt wahr, geschweige denn an: Wie steht es da mit unsere Innenwelt? "Ich nehme an..." - diese Redewendung bereitet mir nicht unbedingt Schwierigkeiten, wenn es bei der Annahme um eigene Vorstellungen über einen bestimmten Sachverhalt geht, Vermutungen, vom Verstand gezeugt, mit deren Hilfe ich meinen Alltag gerne gestalte. Ich nehme an, nicht nur ich. Wir leben kraft unseres geistigen Potentials, unserer Reflexionsfähigkeit, in und mit einer bunten oder tristen Welt solcher Annahmen über die bunte oder triste Welt, Annahmen über Dinge und andere Menschen bis hin zu Vorurteilen, weil wir uns oft die Zeit zu einem Urteil nicht nehmen können oder wollen. Wir stellen uns relativ fest auf bestimmte Gegebenheiten ein. Solche Gedanken und Erklärungsmuster aus der Innenwelt, vorzugsweise der Kopf-Welt, akzeptieren wir. Die Einstellungen erlauben uns rasches Handeln, Erfahrung eigener Identität, vereinfachte Sicht einer immer komplexeren Umwelt usw. (vgl. STROEBE, 1992). Letztlich geht es dabei um die Reduzierung von Unsicherheit oder gar Angst vor Veränderungen. Das kann heißen: Angst vor Entscheidungen. Wesentliche Existentialien wie (Entscheidungs-)Freiheit und Verantwortlichkeit sind für viele Menschen offenbar nicht immer so leicht anzunehmen. Wir spüren vielleicht: Es ginge besser. Aber wir leben womöglich gerne im "gemütlichen Elend" des Alltags weiter, finden in unserer Kopfwelt immer wieder Rechtfertigungen und Erklärungen für unser Denken und Handeln und verbannen das eine oder andere tiefe Gefühl und die eine oder andere tiefe Erkenntnis ins Dunkel des Unbewussten, wo es uns - bei oberflächlichem Leben - zunächst meist nicht stört. Aber da kann es auch zu viel der Barrikaden geben. Der vertraute Alltagstrott kann gestört werden, weil wir nicht alleine auf der Welt sind oder zu lange alleine unter anderen. Vielleicht sind auch Flucht-Räume verstellt. Dann müssen wir angesichts von Krankheit, zunehmendem Stress, innerer Leere, dauernder Unzufriedenheit usw. doch annehmen, dass etwas mit uns nicht stimmt. Die Erklärungen aus der Kopf-Welt reichen dann möglicherweise nicht mehr. Vielleicht nehmen wir jetzt Rat und Hilfe über Gespräche an. Da böten sich innere Bilder an, in denen sich uns unsere Gefühlswelt besser erschließen lässt, die uns Zugang zu unseren eher verborgenen tiefen psychisch-geistigen Kräften ermöglichen, zu unserem "geistig Unbewussten" nach FRANKL. Unter Ausgang von Zwangsneurose-Fällen reklamiert er, wie sehr "eine Erziehung zum Vertrauen gegenüber dem Unbewussten Not täte, ein Vertrauen zur unbewussten Geistigkeit, zur kognitiven und dezisiven Überlegenheit des Gemüts- und Gefühlsmäßigen im Menschen gegenüber dem Vernunft- und Verstandesmäßigen an ihm." (FRANKL, 1987b, S. 176). "Wie erfahre ich den unbewussten Geist?" fragt BÖSCHEMEYER (1998) und kann auf die "Wertorientierten Imagination" verweisen, die er, getragen vom Menschenbild der Logotherapie und Existenzanalyse (FRANKL), auf der Basis bereits bekannter imaginativer Verfahren entwickelt hat (BÖSCHEMEYER (1996). Solche Imaginationen können bei kompetenter Begleitung sachte an innere bildhaft-symbolische Vorstellungen heranführen, in der Gefühle und geistige Tiefe eher zum Ausdruck kommen können als in rational geformter Sprache. Nicht alles, was aus unserer eigenen Innenwelt stammt, können wir aber so ohne weiteres annehmen. Im allgemeinen finden wir recht schnell zu inneren Bildern, der Bilderwelt, in der wir ja als Kind lebten, bevor die Lautsprache uns ermöglichte, uns anderen mitzuteilen und unser Denken zu bestimmen begann. Innere Bilder, die reale Situationen aus der Erinnerung wiedergeben, oder bildhafte Vorstellungen (Visualisierungen) unter deutlicher Verstandeskontrolle erscheinen relativ unproblematisch. Traumbilder, soweit wir diese in wachem Zustand noch präsent haben, müssen wir passiv akzeptieren. Bei Imaginationen können wir Bilder "ähnlich wie im Traum bewusst erleben und Stellung nehmen. Aber: die Bilder aus dem Unbewussten müssen erst einmal Zutritt zu unserem Bewusstsein erhalten. "Nur wer sich den inneren Bildern öffnet, dem erschließen sie sich. Deshalb findet Zugang zur inneren Welt der Bilder, der Gefühle.., Einsichten und Weisheiten nur der, der sich auf sie einlässt, sich ihr anvertraut." (BÖSCHEMEYER, 1996, S. 117) Da ist Herr Z., dem es Probleme bereitet, mit anderen zusammen zu sein, vor allem bei offiziellen Anlässen. Er lässt sich nach entsprechenden Vorübungen auf eine Imagination ein, gerät (als passionierter Angler) in einen Bach, erlebt dort einen (tollen) Hecht, stark, aggressiv, möchte dann aber nichts mehr mit dem "Kinderkram" zu tun haben. Er kann eine solche Hilfe, die ihm seine Situation zwischen Wunsch und Wirklichkeit symbolhaft, aber doch recht deutlich zeigt, nicht annehmen, lehnt Imaginationen vorläufig ab. Herr K. (60) hat offenbar viele klare innere Bilder. Aber immer, wenn die Bilder persönlicher werden, tiefer werden, kommt ein neues Bild. Problematische Bilder kann er nicht akzeptieren. Erfahrung mit Imaginationen zeigt, dass in Kisten oder Schachteln oft unerwartete Gegenstände sind, die als Symbole bei der Imagination weiterhelfen, etwa ein Spielzeug, das auf die eigene Kindheit verweist und eine bestimmte Situation symbolisch wieder erleben lässt. Frau I., die erfolgreich ihr Leben meistert, findet in ihrer ersten Imagination in einem Regal eine große Schachtel. Sie kennt die Schachtel, weiß, was in der Schachtel ist, weigert sich hinein zu sehen. Da ist eine weitere Schachtel. Auch da weiß Frau A., dass diese Schachtel leer ist. Alles weitere in dem Regal ist Frau A. bekannt. Frau A. kann ein symbolisches "Geschenk", das ihr Unbewusstes zur Kontaktaufnahme in die Schachtel hätte plazieren können, nicht annehmen. Sie bewegt sich auch sonst zunächst auf bekanntem Gelände, erlebt dann mit Erstaunen die vergessene Welt ihrer Kindheit in inneren Bildern, bevor sie sich langsam für die märchenartige Welt öffnet, in der symbolhaft innere Kräfte und Weisheiten zum Ausdruck kommen. Bei einer Imagination von Frau M. (25) zum Thema "Annehmen" wird die Schlüsselrolle des Annehmens besonders deutlich: Sie kann zunächst die Kraft des Windes annehmen, lässt sich davon in die Höhe tragen und genießt das Fliegen. Der Wind trägt sie über das Meer. Sie sieht im Meer unter sich eine Schar Delphine. Sie versteht zunächst nicht, was diese wollen, lässt sich aber dann doch zu ihnen herab und reitet auf einem Delphin. Der will mit ihr in die Tiefe. Das macht ihr Angst, aber letztlich gewinnt sie Vertrauen. Der Delphin bringt sie zu einer prunkvollen Stadt in der Tiefe und verdeutlicht ihr, da müsse sie alleine rein. Das Stadttor ist zu. Sie klopft an das Tor und berichtet: "Mir hat gerade der König aufgemacht, ein ganz alter König, der ist unheimlich, hat keine Krone auf, sondern eine Zipfelmütze, ein verrunzeltes Gesicht mit Knollennase." Der König ist alleine in der Stadt, weil die Bewohner schlafen oder auswärts arbeiten. Dann streckt ihr der König seine Hand entgegen. Ihre Reaktion: "Ich mag sie nicht nehmen." Warum? "Weil ich sie komisch finde und auch etwas eklig." Nun kommt - wie oft in Imaginationen - die Aufforderung, den Widerstand zu überwinden. Frau M.: "Der König sagt zu mir, nur wenn ich seine Hand nehme, kann ich in die Stadt rein und sie anschauen. "Sie gibt sich schließlich einen Ruck: "Ich hab ihn an der Hand genommen -plötzlich ist er ein anderer König. Er hat eine Krone. Er ist jung, total schön," Sie scheint ganz hingerissen zu sein. Die Stadt hat goldene Dächer, aber triste Häuser. Die Menschen sind
verschwunden. Sie entdeckt dann, dass sie sich alle selbst wegen der tristen
Situation der Stadt eingesperrt haben. Sie kann diese Situationen wieder kaum
verkraften, sieht aber ihre Aufgabe: Zum Ende der Imagination fragt Frau M. das Mädchen nach seinem Namen. Es heißt: "Freude". Frau M.: "Es sagt, ich solle es nicht mehr loslassen. Und der König sagt, ich solle öfter mal jemand die Hand reichen, wenn ich selbst Unterstützung erhoffe." Die Geschichte spricht für sich selbst; ich möchte sie nicht weiter interpretieren, sondern nur festhalten, dass schon die Annahme der symbolischen Kräfte des Windes, der Delphine usw. jeweils sehr wichtig war für die Fortsetzung der inneren Wanderung bis hin zur Befreiung der Stadtbewohner, Symbol auch für die Freisetzung innerer Kräfte. Selbstüberwindung wird in wirklich tiefgehenden Imaginationen immer wieder verlangt: Die wirkliche Annahme von abstoßend wirkenden Figuren, etwa durch Berührung, führt nicht nur nach meinen Beobachtungen fast regelhaft zu deren Verwandlung. Hilfreich kann sein, wenn man sich die Auffassung von MAASS zu eigen macht: "Die Figuren, die dem Ich als Gegner erscheinen, sind in Wirklichkeit unbewusste Anteile der eigenen Seele, die bewusst werden wollen. Das ist aber nur möglich, wenn das Ich sie akzeptiert." (1989, S. 12) Dass unangenehme Wesen Widerstand erzeugen, erscheint verständlich, ist natürlich. Beharrlichkeit und Geduld ist wichtig beim Umgang mit solchen inneren Gegebenheiten. Vielleicht habe ich auch den Mut, bei der Begegnung mit bedrohlichen Wesen einen Schritt auf sie zuzugehen? BÖSCHEMEYER resümiert imaginative Erfahrung mit solchen Situationen. Es gilt aber: "Wer zurückweicht, wird kleiner und verliert. Wer vorangeht, wird größer und gewinnt." (1996, S. 131) Auch in der inneren Welt sind im logotherapeutischen Sinne die Herausforderungen anzunehmen, die das Leben stellt. Deren Bewältigung wird letztlich neue, intensivere Zugänge zu einem sinn- und wertvolleren Alltag eröffnen. Wer beginnt, der eigenen Tiefe zu trauen, der wird sich in manchem "ändern. Doch das kann schon wieder irritieren. Auch Wertvolles wird nicht unbedingt gleich angenommen. BÖSCHEMEYER (1996) spricht bei seinen "Wertorientierten Imaginationen" nicht ohne Grund von der "verborgenen Freiheit", vom "verborgenen Mut", vom "verborgenen Ja zum Leben" (S.43 ff). Innere Freiheit, Mut und frische Lebenskräfte sind nicht selten von wenig rosigen Lebenserfahrungen teilweise verschüttet worden. Man hat sich angepasst. "Das verborgene Ja des Lebens zu mir", das "Sein dürfen, wie ich bin" kann erst langsam wieder entdeckt werden. Herr R. (60) mit Burnout-Problematik befreit einen Verbrannten aus einem
großen Feuer, kommt dann in dessen Begleitung zu einer unterirdischen
Schatzkammer. Er mag die Schätze nicht annehmen und entflieht ihnen ganz schnell
durch Ausstieg aus der Imagination. So etwas stand ihm nicht zu. Und etwas hatte
ihn zusätzlich getroffen: "Für den blöden Zaster mach ich mich kaputt?" Dabei
verkannte er allerdings die tiefer gehende Symbolik: Es kann da auch um geistige
Schätze gehen. Das erfuhr er dann später, konnte sich an diesem Ort Kraft holen. Ein junger Mann mit einer langen Biographie psychischer Beeinträchtigungen und Fluchten (Drogen, viele Suizidversuche usw.), fand nach etlichen Imaginationen endlich einen inneren Raum, in dem er bleiben mochte; aber die Rollos mussten zunächst unten sein, um dem für ihn zu grellen Tageslicht zu entgehen. Erst langsam konnte er im weiteren Verlauf das Rollo öffnen, sich langsam Annähern auch an ein Kind, das er im Turm einer versunkenen Kirche befreit hat, Symbol für die Nöte der eigenen Kindheit, aber auch für seine neuen Möglichkeiten. Frau G. (40) kommt bei einer ersten begleiteten Wanderung zum "Ort der inneren Kraft" nach längerem mutigen Weg durch die Dunkelheit in einen hellen Raum mit Sonnenlicht und herrlichem Weitblick. Sie kann diese "herrliche Situation" aber nicht annehmen, weil ihr Kleid so beschmutzt ist. Erst als in der Mitte des Raumes ein riesiges Taufbecken (Ausdruck früher Gängelung oder hoher Ansprüche?) zusammenfällt, erlebt sie die Situation als entspannt, trägt plötzlich ein sauberes Kleid und verspürt einen Zuwachs an Kraft. In einem Traum begegnet ihr etwas später eine muntere, leichtlebige, grell gekleidete junge Frau, die von Frau G. total abgelehnt wird. Obwohl Frau G. selbst sehr hübsch ist und ihr Leben durchaus meistert, verkörpert diese Traum-Frau quasi das Gegenteil ihrer selbst. In einer anschließenden Imagination zu dieser ungeliebten Traum-Frau wird deutlich, wie mühselig es für sie ist, diesen durchaus positiven "Schatten" ihrer selbst anzunehmen. Dann gelingt es doch und die Traum-Frau vermittelt ihr zunächst völlig neue Perspektiven. Das Thema wird nochmals deutlich, als sie bei einer späteren Imagination - festgeschraubt an einer Höhlendecke - sich selbst unten als die kecke, bunt gekleidete, lebenslustige junge Frau in luftigem Kleidchen sieht. Erst als ihr Blut von der Decke tropft und die junge Frau unten dadurch in Bedrängnis kommt, kann sie sich aus der Leidensperspektive lösen, die Lebenslust voll annehmen, eins werden mit der flotten jungen Frau und in einem Boot zu neuen Ufern aufbrechen, was sich auch auf ihre gesamte Lebenssituation auswirkt. Dass nicht nur das Leben selbst angenommen sein will, sondern das Annehmen auch des Leides bis hin zum Tod voraussetzt, soll abschließend die Geschichte eines krebskranken Mannes (etwa 50 Jahre alt) belegen, als Fall von "Spontanheilung" dokumentiert durch die Klinik, auch wenn eine solche Entwicklung sich wohl nicht beliebig reproduzieren lassen wird. Er war aus der namhaften Klinik mit der Diagnose dreier Tumore als unheilbar nachhause geschickt worden. Er fühlte sich elend, konnte kaum mehr etwas essen. Nach einiger Zeit machte er sich daran, sein Testament zu schreiben. Als er zum Ende kam, so schilderte er selbst, gab es "einen Knacks" in ihm. Plötzlich ging es ihm besser. Er konnte wieder essen, das Leben wurde angenehmer, er wollte die Zeit nutzen. Beim nächsten Untersuchungstermin staunten die Ärzte: Seine Geschwülste waren deutlich kleiner. Letztendlich verschwanden sie total. Er hatte durch die aktive Handlung, sein Testament zu schreiben, den Tod angenommen und damit Kräfte für das Leben gewonnen.
Zeitschrift des Hamburger Instituts / Existenzanalyse und Logotherapie 4,
1999
Verwendete Literatur:
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