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Innere Bilder und Imaginationen

Persönlichkeitsentwicklung und gesundheitliche Hilfen durch Sinnorientierte Arbeit mit inneren Bildern / Imaginationen

Armin Pfau, Dipl.Psych., Prof.i.R.

Innere Bilder spielen bei uns eine größere Rolle als wir denken. Sie entstehen z.B. wenn uns etwas sehr anschaulich geschildert wird. Wir können uns vieles bewußt bildhaft vorstellen, Erlebtes bildhaft erinnern. In Form von Visualisierungen können wir uns Dinge besser veranschaulichen und damit unseren Gefühlen näherkommen, aber auch Entwicklungs- oder Heilungsprozesse fördern.

Wie beim Vorlesen einer Geschichte können wir in Fantasiereisen, hier allerdings viel entspannter, das Angesprochene in unseren eigenen inneren Bildern erleben. Auch diese von außen vorgegeben Bilder können - fachlich gut ausgewählt - schon Heilwirkung haben. Das wurde bereits in einigen Studien nachgewiesen. Teilweise wird auch hier schon von Imaginationen gesprochen.

In Träumen erleben wir, oft sehr emotional, ohne unser direktes Zutun eigene innere Bilder, die direkt aus unserem Unbewußten kommen. Wir können sie allerdings in der Regel nur passiv erleben.

Echte, authentische Imaginationen sind bildhafte Vorstellungen, in denen - wie beim Traum - Kräfte des Unbewußten zum Ausdruck kommen können, vergessene Geschehnisse usw. wieder Gestalt annehmen können. Dies geschieht symbolhaft verschlüsselt wie beim Traum. So kann ein Kind in der Imagination, das mir fremd ist und das ich nicht akzeptieren kann, nicht nur auf Ablehnung bestimmter Aspekte der eigenen Kindheit verweisen, sondern vor allem auf neue Möglichkeiten, die ich nur noch nicht nutze. Das Kind symbolisiert einen Neuanfang.

Anders als im Traum kann ich in der Imagination aktiv sein, mich mit dem Kind in obigem Beispiel näher beschäftigen, es einfach ein wenig näher kennenlernen, später vielleicht sogar umarmen und liebhaben. Wir können in Imaginationen bestimmte Zielorte aufsuchen, Stellung nehmen, Ängste überwinden, in dem wir nicht ausweichen, sondern Mut zeigen, uns andererseits öffnen für unsere verborgenen Stärken, für Kräfte, die stärker sind als wir meinen. Wir können unsere innere Weisheit hilfreich werden lassen und unsere ganz persönlichen inneren Heilkräfte ansprechen und zur Wirkung kommen lassen.

Katathym-imaginative Psychotherapie nach Leuner und Aktive Imaginationen nach C.G.Jung können helfen, innere Konflikte und Blockierungen aufzulösen. Nach V. Frankl gründet das Geistige im Menschen zutiefst im geistig Unbewußten. Wertorientierte Imaginationen nach BÖSCHEMEYER streben eine Berührung mit dem geistig Unbewußten nach FRANKL in besonderer Weise an. Über sprachliche Auseinandersetzung hinaus kann hier versucht werden, Werte erlebbar zu machen, Wertgefühle zu beleben.

Die Imaginationen erfolgen im Rahmen einer Gruppe oder unter Begleitung in therapeutischer Einzelarbeit. Dabei können nach intensiver Entspannung innere Bilder im Sinne bestimmter Themen wahrgenommen werden. Das sind z.B. stärkende Wanderungen zu Zielen wie dem Ort der verborgenen Lebenskraft oder zum inneren Verbündeten. Unter erfahrener Begleitung können auch sehr gut bestimmte Probleme bearbeitet werden, z.B. bei inneren Wanderungen zum Ort der Angst, zu den Ursachen bestimmter Krankheiten oder anderer Schwierigkeiten. Letztlich geht es dabei immer um eine Stärkung von Selbstvertrauens und Offenheit für ein erfüllteres Leben.

Literatur:

  •     Böschemeyer, Uwe: Dein Unbewußtes weiß mehr, als du denkst. Freiburg, 1996
  •     Pfau, Armin: Zur Arbeit mit inneren Bildern und Imaginationen im Kontext von
        Logotherapie und Existenzanalyse - Versuch eines Überblicks.
        In: Existenz & Logos, 2001, H.1, 117-140

Armin Pfau, Dipl.Psych., Prof.i.R., E Mail: a.pfau@.VR-Web.de
 

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Stand: 18.06.10